Rahmenbedingungen bei Webinaren

01. Mai 2017 - Webinare, Alle Kategorien

Autorin und Autor:
Expertenteam-LuB-Mitglied Dr. Sabine Erkens, ERGO Group AG
Expertenteam-LuB-Mitglied Dr. Werner Kohn, ERGO Group AG

Ein ruhiger Raum

Für die Gestaltung von Webinaren braucht der Trainer einen ruhigen Raum, in dem die Technik funktioniert.

Medieneinsatz je nach Verbindungsqualität

Haben Ihre Teilnehmer alle eine stabile Verbindung in den virtuellen Raum? Ist die Performance gut? Dann kann man den Einsatz von Video und Multimedia wagen.

Den Einsatz der Webcam planen

Wird eine Webcam benutzt, sollte der Hintergrund am Arbeitsplatz nicht vom Webinar-Geschehen ablenken. Planen Sie  wann die Webcam zu welchem Zweck eingesetzt werden soll.

Ein gutes Headset

Ein hochwertiges Headset ist wichtig, egal ob Sie über den PC oder über das Telefon kommunizieren. Die Entscheidung für den Audio-Weg ist häufig von der Netzanbindung der Teilnehmer und den gewählten Tools abhängig. Wichtig ist: Der Trainer muss gut verständlich rüber kommen.

Möglichst keine Teilnahme via Handy

Viele Webinar Tools bieten an, sich als Teilnehmer über das Handy in ein Webinar einzuwählen. Macht das Sinn bei einem Webinar? Wie kann der Teilnehmer sich aktiv einbringen, während er dabei auf der Autobahn fährt?

Unkomplizierter Zugang

Der Einlade-Prozess zu einem Webinar  sollte unkompliziert sein und uns Trainern einen Überblick über die Teilnehmer geben. Die VC-Tools bieten dazu unterschiedliche Möglichkeiten an. In den meisten Fällen ist es ein Link, über den man in den virtuellen Raum gelangt. Man meldet sich an und wird in den Raum geleitet.

Technischer Support, vor allem am Anfang

Für die ersten Webinar-Erfahrungen als Trainer empfiehlt sich ein technischer Support. Er nimmt dem Trainer die technischen Problemfälle ab.

Bitte nicht stören, bin online

Sind diese Rahmenbedingungen geregelt, kann sich der Trainer auf seine Kernkompetenzen konzentrieren und als eModerator agieren. Und vorher das Schild an die Tür hängen: Bitte nicht stören, bin online.

Eine Checkliste zu den Rahmenbedingungen können Sie hier downloaden.

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1 Kommentare

03. Mai 2017 Reinhold Vogt

Ich habe bislang an (nur) vier oder fünf Webinaren teilgenommen. - Nach meinem Empfinden hätten sich die Beteiligten diese Webinare ersparen können.

 

Begründungen:

 

1. Die Vereinbarung, sich zu einem bestimmten Termin im Webinar-Raum einzufinden, empfand ich als Zwang – viel stärker, als wenn ich mich zu einem normalen Gespräch (persönlich oder am Telefon) verabrede.

 

2. Das Abklären der technischen Bedingungen zu Beginn des Webinars hat mich genervt. – Die nach meiner Einschätzung guten schriftlichen Vorab-Infos der Lehrenden hätten eigentlich reichen müssen. – Leider gab es meist auch technische Probleme zwischendrin.

 

3. Die Aussagen des Lehrenden hätten auch schriftlich erfolgen können. (Eine schriftliche Unterlage wäre mir auch lieber gewesen als ein entsprechendes Video.)

 

4. Das Tempo war mir zeitweise zu langsam. Das hat mich dazu verführt, mich parallel mit anderen Dingen zu beschäftigen.

 

5. Die an den ‚Monitor-Rand‘ geschriebenen Teilnehmer-Beiträge empfand ich als Stilbruch gegenüber dem übrigen Verfahren.

 

6. Viele der eingebrachten Beiträge hätten sich die Teilnehmer ersparen können, weil sie inhaltslos waren. – Gewichtigere Teilnehmer-Beiträge hätten die Lehrenden auch erahnen können bzw. sie waren ihnen vermutlich auch bekannt. Diese Gedanken hätten die Lehrenden von vornherein in ihre Präsentation einbauen können.

 

Die Punkte 1, 3 und 4 treffen in dieser Weise auch auf normale Präsenzveranstaltungen zu.

 

Es hat mir gefallen, dass die Aufzeichnungen einiger dieser Webinare anschließend downloadbar waren. Das hat den Vorteil, dass man einzelne Stellen schnell vorlaufen lassen kann bzw. sie sich noch einmal anschauen / anhören kann. – Statt des Webinars hätte es insofern auch ein Video des Lehrenden geben können … oder noch besser: eine prägnante PDF.

 

- Eine gute PDF zur Verfügung zu stellen, ist ungleich wirkungsvoller, als ein Webinar zu veranstalten.

- Eine gute PDF zu erstellen, ist ungleich wirtschaftlicher, als ein Video zu erstellen.

 

- Für das Online-Lernen ziehe ich die asynchrone Kommunikation vor, weil es nicht nur eine örtliche, sondern eben auch eine zeitliche Freiheit gibt – für alle Beteiligten.

 

- Für das Online-Lernen ziehe ich die schriftlicher Form vor, weil diese meist prägnanter als mündliche Aussagen sind.

 

- Ein Forum für schriftlichen Gedankenaustausch finde ich gut, aber nur insoweit, wie die Teilnehmerbeiträge nicht im Voraus für den Lehrenden erahnbar sind. Erahnbare Teilnehmer-Beiträge sollten von vornherein in die Materialien einfließen.

 

- Da Foren-Beiträge schnell unübersichtlich werden, halte ich es für sinnvoll, dass der Lehrende daraus rasch ein gut sortiere FAQ-Sammlung erstellt.

 

- Als Ergänzung zum reinen Online-Lernen halte ich Telefonate zwischen den einzelnen Lernenden und dem Lehrenden für optimal. Die Erkenntnisse daraus sollten den Lehrenden ggf. veranlassen, seine Materialien zu optimieren.

 

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Reinhold Vogt

langjähriger Lerntechnik- / Gedächtnistrainer

langjähriger Seminarleiter zu 'Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung'