FAQs zur IDD, Bereich „Weiterbildung", erstellt am 4.12.2017


Mit dem Gesetz zur Umsetzung der IDD wurden die notwendigen gesetzlichen Änderungen in der Gewerbeordnung sowie im Versicherungsvertrags- und im Versicherungsaufsichtsgesetz vorgenommen. Die Details, insbesondere zur Ausgestaltung der neuen Weiterbildungspflicht, müssen durch eine Rechtsverordnung (VersVermV) geregelt werden.

Fragen:

  1. Welchen Vorteil bringt mir eine Teilnahme an gut beraten?
  2. Welcher Weiterbildungsumfang gilt nun - 30 h oder 15 h?
  3. Was wird aus meinen Weiterbildungspunkten, die ich schon gesammelt habe - verfallen diese?
  4. Wer ist nach Umsetzung der IDD in deutsches Recht zur Weiterbildung verpflichtet?
  5. Sind Teilzeitmitarbeiter bzw. geringfügig Beschäftigte auch im vollen Umfang zur Weiterbildung verpflichtet?
  6. Welche Regelungen gibt es bei Unterbrechungen (Elternzeit, Krankheit etc.)?

1. Welchen Vorteil bringt mir eine Teilnahme an gut beraten?  

Gut beraten kann Sie dabei unterstützen, Ihre Weiterbildungsverpflichtung nach IDD zu erfüllen.

  • Gut beraten ermöglicht die Dokumentation der Bildungsaktivitäten unabhängig vom Bildungsanbieter
  • Die Anforderungen des Gesetzgebers aus IDD, Umsetzungsgesetz und VersVermV werden anforderungskonform abgebildet
  • Es erfolgt ein automatischer Versand eines Nachweises bei Erreichung der gesetzlichen Anforderung von 15 Stunden Weiterbildung (gut beraten Bescheinigung)
  • Die Anforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung werden durch gut beraten berücksichtigt
  • Gut beraten bietet qualifizierten Support via Hotline und Mail zu allen Belangen rund um die WBD

2. Welcher Weiterbildungsumfang gilt nun – 30 h oder 15 h?  

Erreichen Sie als vertrieblich Tätiger die gesetzliche Mindestvorgabe von 15 Stunden Weiterbildung im laufenden Kalenderjahr, so erhalten Sie automatisch aus der WBD eine gut beraten Bescheinigung, die als Nachweis der erfüllten Weiterbildungsverpflichtung gegenüber den Aufsichtsbehörden IHK / BaFin gültig ist.

Alle diejenigen, die weiterhin den freiwilligen Branchenstandard von gut beraten erfüllen möchten und 30 Weiterbildungsstunden pro Kalenderjahr erreichen, erhalten ein gut beraten Zertifikat. Dieses Zertifikat ersetzt somit das bisherige Jahreszertifikat gemäß persönlichem Bildungsjahr.


3. Was wird aus meinen Weiterbildungspunkten, die ich schon gesammelt habe – verfallen diese?

Die bisher im gut beraten System gesammelten Weiterbildungspunkte (respektive Bildungszeit) bleiben erhalten. Sie werden Ihnen für Ihr 5-Jahreszertifikat nach den freiwilligen gut beraten Standards angerechnet.

Bereits ausgestellte Weiterbildungsausweise und Jahreszertifikate (nach Altsystem) werden über das Bildungskonto des Kontoinhabers als Nachweishistorie weiterhin abrufbar sein.


4. Wer ist nach Umsetzung der IDD in deutsches Recht zur Weiterbildung verpflichtet?

Artikel 2 Abs. 1 Nr. 1 der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb (Neufassung) (Insurance Distribution Directive, kurz IDD) besagt:

Versicherungsvertrieb bezeichnet die Beratung, das Vorschlagen oder Durchführen anderer Vorbereitungsarbeiten zum Abschließen von Versicherungsverträgen, das Abschließen von Versicherungsverträgen oder das Mitwirken bei deren Verwaltung und Erfüllung, insbesondere im Schadensfall, einschließlich der Bereitstellung von Informationen über einen oder mehrere Versicherungsverträge aufgrund von Kriterien, die ein Kunde über eine Website oder andere Medien wählt, sowie die Erstellung einer Rangliste von Versicherungsprodukten, einschließlich eines Preis- und Produktvergleichs, oder ein Rabatt auf den Preis eines Versicherungsvertrags, wenn der Kunde einen Versicherungsvertrag direkt oder indirekt über eine Website oder ein anderes Medium abschließen kann.

Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb und zur Änderung weiterer Gesetze (Drucksache 533/17) vom 30.06.17, das am 23. Februar 2018 in Kraft treten wird, wurde von dem deutschen Gesetzgeber die notwendigen gesetzlichen Änderungen in der Gewerbeordnung sowie im Versicherungsvertrags- und im Versicherungsaufsichtsgesetz vorgenommen:

Zusätzlich zur bekannten Zielgruppe der Versicherungsvermittler werden zukünftig auch die unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsbetrieb beteiligten Personen des Innendienstes von Vermittlerbetrieben von der Weiterbildungsverpflichtung betroffen sein. Die Leitungspersonen eines Versicherungsunternehmens unterliegen ebenfalls der Weiterbildungsverpflichtung.

Unter dem Begriff werden die Angestellten am point of sale /point of advice verstanden, die Kundenkontakt haben und eine Empfehlung zu einer materiell-rechtlichen Änderung des bestehenden Versicherungsvertrages oder zu einem Neuabschluss abgeben (z. B. Aufnahme eines neuen Risikos, cross-, up- und down-selling)1.

Die folgenden Personengruppen unterliegen der gesetzlichen Weiterbildungspflicht

Ausschließlichkeitsvermittler: Versicherungsvermittler nach § 34d Abs. 1, Nr. 1 GewO

Angestellter Außendienst: Angestellte eines Versicherungsunternehmens/Werbeaußendienst nach  § 17 Abs. 3 MTV

Makler: Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1, Nr. 2 GewO

Mehrfachagent: Versicherungsvertreter mehrerer Versicherungsunternehmen nach § 34d Abs. 1, Nr. 1 GewO

Versicherungsberater: Versicherungsberater nach § 34d Abs. 2 GewO

Mitarbeiter eines Vermittlers: Mitarbeiter eines VU oder Vermittlerbetriebs (auch Sparkassen / Banken) nach § 34d Abs. 9 GewO und § 48 VAG

Vertrieblich Tätige eines Versicherungsunternehmens (Innendienst/Service Center): Unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsbetrieb beteiligte Angestellte eines Versicherungsunternehmens nach § 48 Abs. 2 VAG

Leitungsperson: Leitungspersonen nach § 34d Abs. 9 Satz 2 GewO und § 48
Abs. 2 VAG


5. Sind Teilzeitmitarbeiter bzw. geringfügig Beschäftigte auch im vollen Umfang zur Weiterbildung verpflichtet?

Auch Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte unterliegen der vollen Weiterbildungsverpflichtung. Der Entwurf der VersVermV vom 23.10.2017 sieht keine Reduzierung vor.


6. Welche Regelungen gibt es bei Unterbrechungen (Elternzeit, Krankheit etc.)?

Der Entwurf der Versicherungsvermittlerverordnung (VersVermV-E) sieht keine Befreiung von der Weiterbildungspflicht bzw. keine anteilige Weiterbildungsverpflichtung bei Unterbrechungen vor.

Dies wird in dem Entwurf der VersVermV wie folgend beschrieben:

„…Ausnahmen und Befreiungen von der Weiterbildungspflicht sind – abgesehen von einer Tätigkeitsaufnahme nach dem 30. September eines Kalenderjahres – nicht vorgesehen. D.h. auch z.B. im Fall einer Elternzeit oder einer geringfügigen Tätigkeit in einem Kalenderjahr ist die jährliche Weiterbildung zu absolvieren.“


1 Vgl hierzu den vom GDV unter Mitwirkung des AGV erstellten Katalog: Fragen und Antworten zur Umsetzung der IDD (Version 1.0) vom 7. Juli 2017, Nr. 15, S. 22. Nach persönlichem Login einsehbar unter https://www.agv-vers.de/publikationen/rundschreiben/ar-arbeitgeber-rundschreiben/agr-archiv/agr-2017/agr-28-2017/artikel/idd-umsetzung-faq-katalog-erschienen.html?no_cache=1&cHash=e5e957ab168286cf139b1cd82dd3b62e