Nicht „mobile first“, sondern „auch mobil“ - eine Lern-App für Azubis

24. Januar 2019 - Alle Kategorien, Content, Mobile Learning

Eine Lern-App für Auszubildende

Expertenteam-LuB-Mitglied Wilfried Smidt, HUK-Coburg, im Interview

Seit August 2017 steht den Auszubildenden in der Fachrichtung Kauffrau/Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der HUK-COBURG eine App zum Lernen und Üben zur Verfügung, zum Beispiel zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. Die Einführung von Mobile Learning im Unternehmenskontext ist kein leichtes Unterfangen. Technische Hürden, Sicherheitsaspekte und rechtliche Fragen, zum Beispiel in Bezug auf das Lernen in der Freizeit, gestalten derartige Projekte spannend. Viele Unternehmen schreckt das derzeit noch ab. Wir sprachen mit Wilfried Smidt, Mitarbeiter der Abteilung Personalentwicklung der HUK-Coburg und langjähriges Mitglied unseres Expertenteams LuB über die Beweggründe für die Einführung einer Lern-App für Auszubildende und über die mit dem Einsatz der App gesammelten Erfahrungen.

Wilfried, die HUK-COBURG setzt seit langem auf einen Lernmethodenmix aus Präsenztraining in Kombination mit verschiedensten digitalen Lernformen und -medien. Warum noch eine weitere Lernmethode?

Wilfried Smidt

Die App soll den Auszubildenden die Möglichkeit bieten, sich in ihrer Freizeit mit den Inhalten ihrer Ausbildung auseinanderzusetzen und neben den traditionellen Lernmethoden diese - für alle innovative - Form des Lernens zu nutzen. Es ging also nicht darum, den zeitlichen Lernumfang zu erhöhen, sondern den Auszubildenden eine neue und innovative Lernmethode anzubieten.

Was versprecht Ihr Euch davon?

Die Auszubildenden sollen so motiviert werden, ihre Kenntnisse und Wissen laufend zu überprüfen und damit zu festigen. Alle nutzen Apps auf ihrem Smartphone – warum nicht auch eine Lern-App in der freien Zeit nutzen?

Was beinhaltet die Lern-App?

Vergleichbar mit einem Lernkarteikartensystem bietet die Applikation mehr als 800 Fragen in verschiedenen Formen und für alle Versicherungssparten – bezogen auf Angebot, Bestand und Leistung. Zusätzlich besteht für Azubis und Ausbilder auch die Möglichkeit neue Aufgaben und dazugehörige Antworten in die App zu importieren, so dass sie also fortwährend unternehmensspezifisch erweitert und laufend aktualisiert werden kann. Insbesondere für die Prüfungsvorbereitung bietet die Lern-App eine praktische Hilfe.

Welche Technik ist erforderlich?

Die Lernsoftware läuft auf allen mobilen Endgeräten, auch zu Hause auf dem Desktop-PC und synchronisiert Lernstände auf allen Geräten. 

Welchen Nutzen bringt sie?

Die Auszubildenden sehen jederzeit ihren Lernfortschritt: Wo stehe ich? Was muss ich noch tun? Wo habe ich Defizite? Damit wird gezieltes Lernen, bedarfsgerecht und individuell, möglich. Der Vorteil von digitalem Lernen – „lernen, wo und wann ich will“ – kommt durch „mobile Learning“ noch viel mehr zur Geltung.  

Wie kam die neue Lernmethode an? Kann das Lern-Quiz-Format neben dem High-End-Angebot spielerischer Apps, die die Auszubildenden aus ihrer Freizeit gewohnt sind, bestehen? Kann diese Methode herkömmliche Lernformen ersetzen?

Lernen ist Lernen und Spielen ist Spielen – alles zu seiner Zeit – so sehen es unsere Auszubildenden. Diese Methode wird von ihnen als zusätzliche Lernmöglichkeit wahrgenommen – neben anderen bewährten und gewohnten Formen der Vorbereitung. Die Lern-App ist kein Ersatz, sondern eine ergänzende Lernmethode. 

Warum habt Ihr Euch als Zielgruppe für die Einführung von Mobile Learning die Auszubildenden ausgesucht?

Zum einen wollen wir unsere Ausbildung noch attraktiver machen und mit unseren Lernmethoden auf die Lebenswelt der Auszubildenden eingehen. Zum anderen wollten wir mit einer mobile-affinen Zielgruppe beginnen. Das hat zwei Vorteile: Erstens sind Berührungsängste mit der Methode kein Thema. Und zweitens werden Inhalt, Methode und Performance der Lern-Applikation dadurch einer kritischen Prüfung unterzogen – durch die dafür am besten geeigneten Nutzer.

Wie geht es mit der Azubi-Lern-App weiter?

Die HUK-COBURG möchte das Lernkarteikastensystem der App nicht ausschließlich auf die Prüfungsvorbereitung reduzieren. Daher wird gerade geprüft, wie die App als Desktopversion in den betrieblichen „Lernalltag“ integriert werden kann. 

Danke, dass Du Dir Zeit für das Interview genommen hast, Wilfried.

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3 Kommentare

11. Februar 2019 Sven Wilhelm

Hallo Frau Schenck,

 

gerne beantworten wir Ihre Fragen:

 

1. Nur der Auszubildende kann seinen eigenen Lernfortschritt einsehen.

Es sind knapp 700 Fragen aus allen KVF-Bereichen vorhanden

2. Wir stellen die App den Azubis kostenfrei zur Verfügung.

3. Die Inhalte werden direkt von einem Verlag geliefert und entsprechend aktualisiert.

4. Der Hersteller bietet Testzugänge an.

5. Es wird ein nachhaltiges Lernen sichergestellt. In der App ist ein automatisierter

Wiederholungsrhythmus enthalten, der sich an die Vergessenskurve anpasst und damit die Lerninhalte

erfolgreich ins Langzeitgedächtnis überträgt.

05. Februar 2019 Rosemarie Schenck

Guten Tag, ich habe 2 Fragen:

 

1. kann der Lernfortschritt seitens des Ausbilders nachverfolgt werden (Nutzung, Ergebnisse). Welche

Inhalte werden abgedeckt?

2. wie hoch sind die Kosten?

3. wie wird im Verlauf der Nutzung die Aktualität der Inhalte sichergestellt?

4. Gibt es eine Musterversion zur Vorabansicht?

5. Inwieweit unterscheidet sich diese APP von der Digitalen Lernbox?

05. Februar 2019 Wilhelm Smidt

Ich bin 100% HUK-Kunde. Toll!