Immer mehr Studienberechtigte ziehen die Berufsausbildung dem Studium vor

05. Dezember 2016

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat eine Analyse mit dem Titel „Erstmalig mehr Ausbildungsinteressierte mit Studienberechtigte als mit Hauptschulabschluss – wachsendes Interesse von Studienberechtigten an dualer Berufsausbildung“ veröffentlicht, die hier zum Download bereit steht. Es werden die Zahlen der Studienberechtigten in verschiedenen Ausbildungsberufen aus dem Jahr 2015 zum Jahr 2010 verglichen und ausgewertet.

Aus der Analyse geht hervor, dass immer mehr Studienberechtigte eine Berufsausbildung beginnen. Nicht nur in den Berufen, die bisher dafür bekannt sind, dass sie von Studienberechtige gewählt werden wie beispielsweise Steuerfachangestellte/-r, Industriekaufmann/-frau, Mediengestalter/-in Digital und Print oder Chemielaborant/-in. Auch die Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen (KVF) gehört zu den Berufen, die Studienberechtige wählen. Aus der Analyse geht hervor, dass 2015 70,3 % der Neuabschlüsse KVF eine Studienberechtigung haben. Dies belegt auch die Ausbildungsumfrage 2014, die der AGV gemeinsam mit dem BWV jährlich durchführt (Schulabschlüsse der Auszubildenden KVF: 0,3 % Hauptschulabschluss, 22 % Mittlerer Reife, 17,4 % Fachhochschulreife, 60,2 % Abitur).

Auch bei den Ausbildungsberufen im Handwerk und der Landwirtschaft, die bisher stärker von Hauptschülern besetzt wurden, stieg der Anteil von Auszubildenden mit mittlerem Abschluss oder mit einer Studienberechtigung. Im Handwerk lag 2015 der Anteil der Personen mit Hauptschulabschluss beispielsweise nur noch bei 43,1 %. Im öffentlichen Dienst hatten 52,6 % der Auszubildenden eine Studienberechtigung.

Von einem „Hauptschülerberuf“ bzw. eine „Studienberechtigenberuf“ wird gesprochen, wenn der Anteil der jeweiligen Gruppe in dem Ausbildungsberuf über 50 % liegt. Die Zahl der „Hauptschülerberufe“ ist zwischen 2010 und 2015 von 56 auf 48 gesunken, die Zahl der „Studienberechtigtenberufe“ dagegen von 32 auf 45 gestiegen.

Ansprechpartner
Dorothea Schneider 089 922001-840