Einordnung des Qualifizierungsweges "Ausbildung plus Professional"
Der Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen ist die höherqualifizierende Berufsbildung der Versicherungsbranche und im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert.
Mit der zum 01. Januar 2020 in Kraft getretenen BBiG-Novelle wurden die Rahmenbedingungen für die Weiterbildung grundlegend angepasst. Seitdem haben Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen einen direkten Zugang zur Fortbildungsprüfung.
Der Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen, als Nachfolgequalifikation des Geprüften Fachwirts / der Geprüften Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, nimmt damit eine zentrale Rolle in der beruflichen Weiterbildung der Versicherungswirtschaft ein.
Der Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen bietet zugleich die folgenden Perspektiven im Bildungssystem:
- Zugang zu einem Hochschulstudium ohne Abitur
- Möglichkeit zur Anrechnung von Leistungen auf ein akademisches Bachelorstudium
- Verkürzung eines akademischen Studiums um bis zu drei Semester (je nach Hochschule und Studiengang)
Qualifizierungsweg
Der Qualifizierungsweg „Ausbildung plus Professional“ ermöglicht es, die Weiterbildung zum Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen parallel zur Ausbildung zum / zur Kaufmann / Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen zu beginnen.
Typischer Ablauf:
- Start der Fortbildung zum Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen während der Ausbildung zum Kaufmann / zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen
- Abschluss der Berufsausbildung
- Ablegen der Prüfungen zum Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen im Anschluss
Wichtig:
Die abgeschlossene Ausbildung ist Voraussetzung für die erste Prüfungsleistung im Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen. Der Einstieg in die Weiterbildung kann jedoch bereits vorher erfolgen.
Diese Struktur ermöglicht es, die Weiterbildung frühzeitig in den eigenen Karriereweg zu integrieren und Lerninhalte miteinander zu verzahnen.
Gleichzeitig bleibt der klassische Weg – Weiterbildung nach der Ausbildung – uneingeschränkt bestehen.
Beide Varianten führen zum gleichen Abschluss „Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen“.
Voraussetzungen
Die Möglichkeit des parallelen Ansatzes basiert auf den neuen Zulassungsregelungen im Zuge der BBiG-Novelle.
Vergleich der Zugangswege:
Frühere Regelung (Fachwirt Versicherungen und Finanzen):
- Abschluss der Ausbildung
- zusätzlich mindestens ein Jahr Berufserfahrung erforderlich
Aktuelle Regelung (Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen):
- Abschluss der Ausbildung ausreichend
- keine zusätzliche Berufspraxis notwendig
Dadurch kann die Weiterbildung deutlich früher begonnen werden, auch bereits während der Ausbildung.
Fachliche und persönliche Voraussetzungen:
Unabhängig von den formalen Zugangsvoraussetzungen ist zu beachten, dass die Kombination aus Ausbildung und Weiterbildung eine Doppelbelastung darstellt.
Das Konzept / Der Ansatz eignet sich insbesondere für Personen, die:
- eine hohe Leistungsbereitschaft mitbringen
- über gute Selbstorganisation und Lernstruktur verfügen
- bereit sind, zusätzlichen zeitlichen Aufwand einzuplanen


